The American Tribal Love/Rock Musical

Hair gilt als eines der erfolgreichsten Musicals überhaupt, begann als Off-Broadway-Produktion 1967 und wurde in zahlreichen Ländern aufgeführt. 1979 wurde Hair durch Milos Forman verfilmt.

Im Mittelpunkt der Handlung des Musicals steht eine Gruppe der Hippie-Bewegung. Buch und Liedtete stammen von Gerome Ragni und James Rado, die Musik von Galt MacDermot.

Gerome Ragni und James Rado schrieben "Hair" als lyrischen Theater-Text. Ragni und Rado formulierten die Unruhe der jungen Generation der 60er Jahre: Protestschrei, provokative Aktionen, mystische Wirklichkeitsflucht und philosophische Spekulationen. Der Härte mancher Texte stehen Passagen zarter Poesie gegenüber. Der Widerspruch in der Form macht die Spannung des Inhaltes deutlich.

Hair entstand und spielt in den späten 1960er-Jahren. Die USA führten den Vietnamkrieg und etwa 500 000 junge Amerikaner waren zu diesem Zeitpunkt dort stationiert. Beim Großteil der Soldaten handelte es sich um Wehrpflichtige (die allgemeine Wehrpflicht in den USA wurde erst 1973 abgeschafft). Als Reaktion auf die Brutalität und die Opfer des Krieges entwickelte sich eine Protestbewegung. Es kam zu zahlreichen Demonstrationen und symbolischen Aktionen, beispielsweise dem Verbrennen von Einberufungsbefehlen oder den in Vietnam erhaltenen Auszeichnungen. Etwa 50 000 amerikanische Kriegsdienstverweigerer entzogen sich der Einberufung und flohen nach Kanada.

Lange Haare junger Männer, verschmuddelte Kleidung sowie zerrissene Jeans waren damals beliebte Symbole für eine Protesthaltung gegenüber dem "Establishment". Hair beschreibt die Gefühle vieler junger Leute dieser Zeit.